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Geschiche der Rocker- und Clubbewegungverfasst von Martin Hecht
Quelle:
http://www.german-biker-stuff.de/, Dazu auch: Bikerphilosophie
Link: http://home.t-online.de/home/schnierks/index4.htm Die Entstehung der Motorrad-Clubs (MCs)
Der Ursprung unserer Szene liegt
nicht etwa, wie von vielen angenommen in Europa, sondern in den Weiten der USA.
Dort wurden bereits in den Jahren
1912-1913 von der F.A.M (Federation of American Motorcyclists) professionelle
sowie Amateur-Motorradrennen veranstaltet. Die Motorrad-Marken dieser Zeit
trugen so klangvolle Namen wie Indian, Excelsior, Thor und nicht zuletzt
Harley-Davidson. Damals wurden an diesen Rennwochenenden 100-350 Meilen Rennen
ausgetragen. Zu dieser Zeit noch Motorcycle-Racing genannt.
Veranstaltet wurden an diesen
Wochenenden Flattrack-, Boardtrack-, Hillclimb- und Endurance-Rennen. Mit dem
Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg konnten diese Sportveranstaltungen nur
noch von Händlern unterstützt durchgeführt werden. Nach dem Kriegsende war
die F.A.M die erste Motorrad Organisation der USA. Im Jahre 1919 bauten die
Firmen ihren eigenen Industrieverband, die Motorcycle and Allied Trades
Association (MATA) aus. Die dann im Jahre 1920 gegründete "Riders
Division" als Sektion der MATA, organisierte ab 1921 statt ihrer
Muttergesellschaft die Motorrad-Sportveranstaltungen. Sie löste sich jedoch 1924
von dem Industrieverband MATA und nannte sich seitdem AMA, American Motorcycle
Association. Die AMA ist noch heute der übergeordnete US-Motorradverband.
Mit den Jahren waren jedoch viele
der Motorradwettbewerbe für Amateure bzw. Privat-Fahrer nicht mehr durchführbar
oder erschwinglich, da Sie keine Werksunterstützung hatten. Lediglich Hillclimb
und Flat-Track Rennen waren für diese interessant. Hätte es jedoch diese
Rennwochenende nicht gegeben, würde es unsere Szene wohl also auch nicht geben.
Denn unser Ursprung liegt in diesen Jahren des Motorradsports. Viele
Privatfahrer schlossen sich damals zu kleinen Gruppen zusammen und unterstützten
sich auf den Races und Rallys (ein Begriff den wir heute noch für unsere
Treffen benutzen). So gründeten sich 1937 zum Beispiel der "13 Rebels
MC" der heute noch aktiv ist. Die Hauptinteressen in den Clubs waren
relativ einfach. Spaß haben, Bier trinken und Motorradrennen fahren. Jedes
Rennteam hatte damals seine eigenen Racing-Colors (Rennanzüge) und genau daher
kommt der Begriff "Colors", der heute noch bei uns als Bezeichnung
für die MC-Rückenpatches
verwendet wird, die Farben eines Clubs also.
Wieviele MCs sich vor dem
2. Weltkrieg bildeten ist mir leider auch nicht bekannt und darüber
nachzuforschen erweist sich als sehr zeitaufwendig. Ein Interview mit noch
existierenden Clubs dieser Zeit sowie noch lebenden Gründungsmitgliedern brächte
da mehr Licht in die Sache. Ich werde es unserer Bikers News-Redaktion einmal
vorschlagen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
bildeten sich wohl die bekanntesten Clubs unserer Biker-Szene. Die meisten der Männer
dieser Clubs waren gerade aus dem Krieg zurück gekommen und wollten die so
lange vermisste Freiheit, die es beim Militär ja nicht gab, genießen und
ausleben. Es wurde gerne schnell Motorrad gefahren und natürlich auch gerne
gefeiert und getrunken. Spaß haben, gute Partys feiern, das waren die Ziele
damals. Natürlich ging man auch keiner Auseinandersetzung aus dem Wege. Zwei
MCs die sich damals hervortaten und auch Geschichte geschrieben haben ist zum
einen der 1946 gegründete "Boozefighters MC" (Kampftrinker) und der
"Hells Angels MC" (Höllen Engel), der von kalifornischen
Nachkriegs-Jungs Anfang 1948 gegründet wurde und international bekannt ist.
Diese Art zu leben bzw. sich auszuleben waren Dinge, die der AMA überhaupt nicht gefielen. Diese weigerte sich auch, solche Clubs unter ihren Namen zu registrieren und so ließ man es und begann, freie Rennen zu organisieren. So kam es, dass die Clubs ihre eigenen Races veranstalteten. Hier stand der Spaß an erster Stelle und nicht der Profit wie bei den von der AMA sanktionierten Rennen. Es waren "Funraces" und bald wurden sie "Outlaw Races" genannt. Dieser Begriff wurde von der AMA für diese Veranstaltungen benutzt und so wurde auch der Begriff "Outlaw Biker" geprägt. Jeder, der an diesen Rennen teilnahm war somit dann ein "Outlaw". Dieser Begriff hat also zunächst nichts mit Gesetzlosen oder Kriminellen zu tun, sondern es war die Bezeichnung für unorganisierte Racer. Der Begriff "Outlaw" hat aber auch nichts mit jener immer wieder zitierten AMA-Geschichte zu tun, die sich am 4. Juli 1947 in Hollister ereignete, dem sogenannten "Hollister Bash". Daran beteiligt war damals der "Boozefighters MC" der in der Stadt Hollister/Kalifornien zur Gala Motorcycle Gypsy Tour fuhr, einem Drei-Tage-Ereignis, das Tausende von Bikern in diese Stadt zog. Durchgeführt wurde dieses von der AMA. Die Bars in der Stadt waren
damals natürlich die Anziehungspunkte für die meisten Biker und der
Boozefighters MC lebte seinen Namen in diesen Tagen auch aus und so kam es dann
zu Unruhen, die aber von der Presse sowie vielen be- oder unbeteiligten Bürgern
der Stadt aufgebauscht wurden. Was damals alles im Einzelnen passierte ist wohl
nicht mehr 100%ig nachzuvollziehen. Aber nach Aussage eines AMA-Sprechers waren
an diesem Ereignis nur 1% der Besucher beteiligt gewesen. Das Resultat war die
Geburt des "1%-Patches", das heute wie damals vielen Brothers und MCs
ein weltweites Siegel aufdrückte. Jedoch wissen heute die meisten gar nichts über
die Bedeutung dieses Zeichens und so wird es auch vielerorts als Ausdruck für
Außenseiter angesehen. In den USA wird das 1%-Zeichen als Statussymbol
verwendet und man spricht dort von "Outlaw-MCs" da nur wenige US-MCs
dieses auf ihren Kutten tragen dürfen. So kommt es auch immer wieder vor, dass
europäischen Bikern, sofern sie nicht einem US-1%er Club angehören, das
1%-Abzeichen aus
ihren Kutten geschnitten wird.
Wer mehr über den "Hollister
Bash" und das 1%-Patch erfahren möchte, sollte sich die Bikers News ab 8/´97
besorgen, in der eine vierteilige Serie beginnt zu diesen Themen.
Wie Ihr seht bzw. liest,
entstanden viele Ausdrücke, Kennzeichnungen und Lebensarten unserer Szene in
dieser Zeit. Der Ursprung der MCs und unserer Szene liegt also im Motorradsport.
Ich hoffe mit diesem Ausflug in
die Vergangenheit habe ich euch die Entstehung der Szene ein wenig näher gebracht.
So Brothers and Sisters, nun möchte
ich euch nach unserem Ausflug in die Vergangenheit und zum Ursprung der Biker-Szene
ein wenig über unsere "Deutsche Biker-Szene" und ihre Entstehung erzählen.
Die Entwicklungsgeschichte der Deutschen Rocker-, und Biker-Szene Rocker und Biker gibt es bei uns hier in Germany seit den frühen 60er Jahren, zuvor waren Sie eine rein amerikanische Erscheinung. Bevor ich beginne, möchte ich euch jedoch erklären, warum für mich Rocker und Biker zwei verschiedene Dinge sind. Biker ist ein Ausdruck, der wie unsere ganze Bewegung aus dem Amerikanischen stammt. Ich werde mich jedoch hüten, einen Keil zwischen alle Motorradbegeisterten zu treiben, denn das Gegenteil sollte unser gemeinsames Ziel sein. "Rocker" sind Freunde (Brothers), die in einer Gemeinschaft fahren und ihre Freiheit leben, sich jedoch ihrem Club unterordnen. Wobei ich aber der Meinung bin, dass nur wenige Clubs in Deutschland sich als Rocker-Club bezeichnen können. Biker hingegen sind Individualisten, die nicht unbedingt ein Colour brauchen, sondern meist auch alleine ihren Weg gehen. Viele Brothers and Sisters, Einzelgänger oder Gruppen (MCs) in Deutschland sehen sich eher als Biker, die Ihre Philosophie suchen und leben. Die Werteinschätzung für Colours und Zeichen verschieben sich zwischen Rockern und Bikern doch erheblich, wobei aber die gemeinsame Idee Freiheit auf 2 Rädern zu erleben, uns zusammenwachsen lässt. Und wie schon zu vor gesagt, hat sich bei uns der Begriff "Biker" seit den 90er Jahren mehr etabliert, da auch am Begriff "Rocker" viele negative Vorurteile hängen. So nun aber zurück zum Thema, In den 60er Jahren gab es neben unserer Szene viele andere Jugendbewegungen wie die Teds, Mods, Hippies und später die Punker. Alle Modeerscheinungen, so nenne ich diese mal, haben wir überlebt und die Jungs dieser Tage gingen nicht gerade zimperlich mit ihrer Umwelt um. So mancher Club knockte Leute von der Parkbank und machte Kneipen und Discotheken unsicher, in denen sich die anderen Bewegungen aufhielten. Viele MCs nannten sich nach Ereignissen und Stars aus dieser Zeit, doch nach und nach wurden die Zeiten ruhiger. Die Modeerscheinungen verschwanden genauso schnell wie sie erschienen waren, aber unsere Bewegung blieb. Die Jungs von damals wollten
Freiheit und Kameradschaft finden und erfahren. Der Club wurde zur Familie, da
in unserer Spießergesellschaft kein Verständnis vorhanden war für das
Verlangen nach mehr Freiheit, man lebe schließlich um zu arbeiten etc., so die Sprüche
unserer Väter und Mütter. Doch wir haben uns ein Stück Freiheit geschaffen
und sind stolz darauf. Es gab und gibt immer wieder Ereignisse in unserer Szene, die diese positiv oder auch negativ beeinflussen oder beeinflusst haben. Auf den nachfolgenden Seiten werde ich euch diese Ereignisse kurz und mit einigen Erklärungen vorstellen.
German-Biker-Stuff Bevor ich nun anfange euch die Ereignisse zu beschreiben, möchte ich erklären warum ich mit dem Jahr 1981 beginne und nicht mit einem früheren Jahr. Bis zum Jahre 1981 sind leider keine schriftlichen Aufzeichnungen von Ereignissen vorhanden und Geschichten nur vom "Hörensagen" zu schreiben liegt mir als Journalist nicht. Deshalb verzichte ich darauf Ereignisse vor 1981 wiederzugeben. Ich hoffe ihr habt Verständnis dafür. Fangen wir also mit dem Jahr 1981 an. Schon im Jahre 1980 war es bei
vielen Rallys so heiß hergegangen, dass renommierte Clubs, die schon seit
vielen Jahren solche Partys organisierten, sich überlegten, von solchen Großveranstaltungen
die Finger zu lassen. Massenschlägereien, Schießereien und Messerstechereien
mit Toten und Schwerverletzten ließen auch die sonst so hartgesottenen Biker
aufhorchen, denn man konnte ja schließlich selbst der Nächste sein und rein
zufällig in eine verirrte Kugel laufen oder in ein Messer fallen. Dieses Ereignis, erschütterte die Szene aufs tiefste. Ein weiterer tödlicher
Zwischenfall ereignete sich am 7.Juni auf der Rally der Spiders Hameln .Dort kam
es zu einer Schlägerei zwischen den Steamers aus Hamburg/Hannover und den
Libertys aus Hannover. Die Behörden waren natürlich durch solche Ereignisse wachgerüttelt worden und hatten nun ein Auge auf alle Motorradclubs gelegt. Im Verlaufe des Jahres hatten aber auch viele Clubs Probleme überhaupt eine Rally genehmigt zu bekommen. Mitte Juni 1981 veröffentlichte
der Hells Angels MC einen Brief in der Bikers News, in dem der Club bekannt gab,
dass sie es nicht weiter dulden werden ,dass vermehrt Clubs beobachtet werden,
die teilweise ihren Clubnamen, ihr Clubembleme und ihre Clubfarben für eigenes
Clubabzeichen missbrauchen. Ich persönlich denke man sollte sich an solche Forderungen halten und sich gut überlegen, was man als Clubabzeichen etc. verwenden möchte. Nachmachen erscheint mir eher als Phantasiemangel der betreffenden Personen. Ein weiteres Großereignis im Jahre ´81 war der Protest gegen das am 1.8.1980 eingeführte Helmgesetz, das ab da bußgeldpflichtig wurde. Viele Biker sahen und sehen sich heute noch dadurch in ihrem Grundrecht eingeschränkt sich frei Entfalten zu können. Das für und wieder gegen das Tragen von Helmen ist bis heute noch umstritten, gerade in den USA währt man sich permanent dagegen. Bei uns in Deutschland hat man sich wohl eher im Verlauf der Jahre damit abgefunden. Das Jahr 1982. Am 12.01.1982 wurde in
den Tagesthemen der ARD ein Bericht ausgestrahlt, in dem erwähnt wurde, dass
das Landeskriminalamt von Baden-Württemberg den Plan hätte, alle Rocker im
Computer zu erfassen. Auf der Bats-Rally in Bamberg kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Bones MC und den Bats, sowie anderen Partybesuchern. Das Ganze spitzte sich gegen Abend zu und so wurde durch den Bats-Präsidenten die Polizei verständigt. Bei der Vorhut der Polizei kam es dann zu einem Zwischenfall, bei dem sich ein Bones-Mitglied im Krankenhaus wiederfand. Später wurde der Rallyplatz von ca. 50 Polizisten geräumt, dabei kam es zu doch recht ungerechtfertigten Einsatzmethoden der Polizei. Die Biker wurden geschlagen, getreten und durch Polizeihunde verletzt. Die Bats indessen führten ihre Pokalverleihung in einer Gaststätte in Hallstadt durch, aber auch da rückte die Polizei an und es wurde mit nicht gerechtfertigter Härte vorgegangen. Kurzum, es wurden unschuldige Biker durch den massiven Polizeieinsatz verletzt und das nur wegen ein paar Auseinandersetzungen bei denen es noch nicht einmal zu ernstlichen Verletzungen kam. Der Einsatz der Polizei war als völlig überzogen anzusehen. Der Bones MC veröffentlichte danach in der Bikers News einen Brief, mit einer Stellungsnahme zu dem Vorfall in Bamberg. Auf der Präsidenten-Rally ´82 wurde deutlich, dass es ein Gefälle gibt, zwischen den Norddeutschen, Süddeutschen und Mitteldeutschen MCs. Man konnte sich nur schwer über Rallytermine einigen und vielfach wurden in einigen Regionen eine eigene Mini-Präsidentenrally durchgeführt mit Clubs aus dessen Raum. Es war und ist eine eher schädliche Entwicklung für die Biker-Szene, weil sich durch diese Art die Clubs untereinander immer mehr trennen aber auch weil dadurch nicht gemeinsam über Probleme geredet werden kann. Wobei ich persönlich sagen muss, das auf den Präsidentenrallys jedoch oft nicht über die wahren Probleme der Szene geredet wird. Schade. Das Jahr 1983. Wie im Jahr zuvor kam es
auch 1983 leider wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Clubs. Ein Thema, das Anfang
des Jahres 1983 besonders heftig in den Clubs diskutiert wurde, war das Problem
der MC-Neugründungen. Alle bewegte die Frage: haben Clubs, die in einer Stadt
oder Region bereits existieren, ein Mitspracherecht bei der Gründung eines
neuen Clubs? Können sie so etwas sogar verhindern? Was spricht dafür, was
dagegen? Biker without weapons,
das war ein Leserbrief vom CLUB 20 aus Bielefeld in der Bikers News 2/83,der zu
einer gemeinsamen Aktion aller Clubs aufforderte, nur noch ohne Waffen zu
Treffen zu kommen. Ende April, Anfang Mai folgte
dann wieder eine Negative Schlagzeile in der Presse für Aufsehen.
Die nächste Riesenschlagzeile
lieferte die Bild-Zeitung am 12.08.1983; "St. Pauli, Riesen-Razzia, Polizei
zerschlägt Hells Angels". Es war die Verhaftung der Hamburger Hells Angels.
Dieser Großangelegte Polizeieinsatz war lange vorbereitet worden, außer
dreizehn Vereinsmitgliedern wurden auch andere Personen festgenommen - insgesamt
gab es 28 Haftbefehle und diese wurden nicht nur bei uns in Deutschland
vollstreckt. Wichtig an diesen Vorgängen war die Begründung, es ginge weniger
um einzelne Straftaten, die den Angels zur Last gelegt wurden, als vielmehr um
deren angebliche organisierte Abwicklung und Vorbereitung, eben um die Bildung
einer kriminellen Vereinigung nach § 129.Aber nicht nur dies waren die Gründe,
die zu diesem Einsatz führten, sondern die Liste der Vorwürfe beinhaltete noch
Dinge wie räuberische Erpressung, Nötigung, Körperverletzung, Menschenhandel,
Prostitution usw. . Auf der Presi-Sitzung 1983,gab es
auch einmal etwas erfreuliches über bzw. für die Szene bei uns. So liebe Leser, Das Jahr 1984. Das Jahr ´84 begann mit etwas
freundlicheren Ereignissen als das Jahr zuvor. Richtungsweisend für unsere
Szene war die 1. Custom-Show im Kohlenpott, die aus privater Hand finanziert
wurde. Und so machte nur das Wetter im Februar den Veranstaltern, dem MC
Choppers Lüdenscheid und der Firma Randzio, einen Strich durch die Rechnung.
Trotzdem war es eine interessante Mischung an Choppern, die den Besuchern
geboten wurden.
Auf dem Weg zum Dachverband
gingen die Gedanken und Anregungen hierzu auch 1984 weiter und man diskutierte
und kommentierte dies bereits eifrig. Es schien als sollte dies nicht nur ein
Gedanke bleiben, aber der Weg war noch lange, bis aus dem Gedanken, die Biker
Union wurde. Und auf der Presi-Sitzung 1984 wurde es noch einmal deutlich, dass
ein solcher Dachverband notwendig wurde.
Auch ´84 beherrschte der Prozess
gegen die Hells Angels unsere Szene und es wurde deutlich, dass hier mit Mitteln
gearbeitet worden war, die nicht nach unserem Rechtsempfinden waren. Und man
merkte, dass sich vor allem Hamburger Politiker und Dienstherren an diesem
Prozess einen Orden verdienen wollten. Die Mitglieder indessen waren schon 15
Monate in andauernder Untersuchungshaft und wurden wie Terroristen bewacht und
vorgeführt vor Gericht. Man wartete gespannt der Dinge, die da noch aufkommen
sollten.
Ansonsten war das Jahr ´84 doch
recht positiv und friedlich abgelaufen, man merkte, dass andere Dinge die Szene
beschäftigten und vor allem schien man zu merken, das es nur gemeinsam geht und
nicht gegeneinander.
Das Jahr 1985.
Das Jahr ´85 begann einmal
wieder mit gemischten Gefühlen in der Szene. Etliche MCs und Biker bekamen
einmal wieder die Staatsmacht zu spüren und in einigen Städten wurde sogar
Wahlkampf auf kosten der Biker gemacht. Am 17.4. wurden in Frankfurt die
Mitglieder eines dort ortsansässigen MCs verhaftet. Dem MC wurden auch
Verbindungen zum Hells Angels MC zur Last gelegt. Die Frankfurter Polizei war
nach den Hamburger Verhaftungen auf den MC aufmerksam geworden und hatte
Hinweise aus dem Frankfurter Milieu erhalten. Die Ermittlungen liefen seit einem
Jahr. Die Verhaftungsgründe waren fast die Gleichen wie in Hamburg und auch in
Frankfurt wollte die Staatsanwaltschaft auf die Bildung einer kriminellen
Vereinigung hinaus.
Der nächste Schock passierte auf
der Rally der Lonely Rider/Atlantis Brotherhood am 13.7. Ohne ein Verschulden
der Veranstalter blieb dieses Treffen in trauriger Erinnerung zurück. Ein weiteres zwar nicht so
tragisches Ereignis war die Bombholders-Rally im August. Dort wurde eine Rally
durch Gerüchte über Zusammenstöße auf dieser, sowie eines Platzverweises
eines anderen Clubs und durch eine etwas zu sehr betrunkenes Mädchen fast
gesprengt. Feelings, die man eigentlich nicht mehr sehen wollte. Trotzdem zogen
die Bombholders eine gute Party durch, auch wenn Aggressionen mancher Clubs
untereinander die Rally fast versaut hätten.
Zwei Jahre war es nun her, im
August ´85, dass die Polizei das dortige Chapter der Hells Angels verhaftete.
Die Beweislage sei hieb- und stichfest, die monatelangen Ermittlungen hätten
wahre Berge von Belastungsmaterial ergeben, so hieß es damals. Weil aber in dem
Prozess, der seit dem 7. November 1984 lief, nichts Großartiges herauskam, war
damals sogar die Hamburger Lokalpresse der Meinung, hier sei wohl mit Kanonen
auf Spatzen geschossen worden. Das Jahr 1986.
Ostern ´86 ging als weiteres
Schwarzes Kapitel in unsere Chronik ein. Es war der Überfall auf die Doch es sollte weiter gehen. Am
Karfreitag trafen sich die "Schwarzen" Ghost Rider Frankenthal wie
jeden Freitag in ihrem Wormser Clubhaus und hielten ihren Cola-Rum-Abend ab.
Gegen ca. 22.00 Uhr wurde dann plötzlich die Tür aufgerissen und Schüsse
fielen. Geistesgegenwärtig knipste jemand das Licht aus um dem oder den
Angreifern kein Ziel zu geben. Alles ging in Deckung und nach einiger Zeit war
wieder Ruhe. Man peilte die Lage, konnte aber nur vermuten, dass da wohl
"gelbe" Ghostrider am Werk gewesen waren. Sämtliche Scheiben des
Clubhauses, der Fahrzeuge waren eingeschlagen und die Reifen hatte man auch
zerstochen. Ein Nachbar hatte die Polizei gerufen und als diese kamen sahen sie
sich die Schäden an und man sagte den "schwarzen" sie sollten am nächsten
Tag eine Anzeige wegen Sachbeschädigung erstatten. Dann fuhren sie wieder. Haben Biker eine Ehre? Am 14.9.1986 wurde eine
Protestfahrt gegen das Innenminister-Plakat durchgeführt. Die Demonstration
fand in Bonn statt, da ja dort unsere Herren Politiker sitzen. Etwa 1000 Leute
folgten dem Aufruf und über 800 Bikes standen auf dem Parkplatz, viele mit,
aber auch viele ohne Kutte. Ja sogar Tourenfahrer und Heizer waren dabei und
zeigten ihre Ablehnung des Plakates. Dies war auch einem Aufruf zu verdanken,
der nicht nur in der Bikers News erfolgte, sondern auch in der
"Motorrad" und der "Motorrad, Reisen und Sport". Die Demo
lief ohne Zwischenfälle ab und selbst die anwesenden Polizisten wahren von
diesem Plakat nicht erbaut und ein Kripobeamter kam ans Mikrofon und sagte, dass
ihn die Argumente gegen das Plakat überzeugt hätten und er dafür sorgen würde,
das in seinem Bereich dieses verschwindet. Es folgte noch ein Aufruf sich in
eine Unterschriftenliste einzutragen. Es war das erste mal, dass sich unsere
Szene massiv gegen eine vom Staat durchgeführte Maßnahme wehrte (Ohne Gewalt) Die Biker Union, Dachverband
der Motorrad-Rocker und Biker Deutschlands
Im zweiten Teil der 1986er
Presi-Sitzung hatten sich die Vertreter all jener Clubs im Sitzungszelt
zusammengefunden, die im Prinzip an einer Mitarbeit in einem Dachverband der
deutschen Rocker und Biker interessiert waren. Einen Monat später, Mitte
November, waren ungefähr 140 Vertreter zahlreicher MCs nach Mannheim gereist,
um nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen. 140 Leute, die zum Teil weite
Anreisen auf sich genommen hatten - nicht um eine Party auszutragen, sondern um
der gemeinsamen Sache auf die Sprünge zu helfen. Es wurde die Satzung
diskutiert und ein sechzehnköpfiger Vorstand gewählt und bestätigt, der die
weitere Arbeit übernehmen sollte.
So liebe Leser, Jahr
1987. Im Jahre ´87 hatte die
"Biker Union" sehr viel zu tun. Es galt die Ziele zu definieren und
sich auch außerhalb der Szene bekannt zumachen. Beiräte wurden gewählt und
etliche Sitzungen mussten abgehalten werden, so in Kassel und Mannheim. Auch in
einer Fernsehsendung machte man auf sich aufmerksam. Die Presidenten-Rally ´87
wird gerade älteren Brothers und Sisters noch gut in Erinnerung sein. Die Bones
hatten quasi im Alleingang eine traditionsreiche Veranstaltung in andere Bahnen
lenken wollen. Das Risiko das die Bones damit eingingen waren, war hoch aber es
hatte sich gelohnt. Leider machte diese Form der
Presi-Sitzung in den folgenden Jahren keine Schule und so wurde durch andere MCs
diese wieder in alter und gewohnter Weise abgehalten. Es ist halt sehr schwer
alte liebgewonnene Traditionen in unserer Szene abzulegen und neue Wege zu
gehen, oft auch zum Nachteil der ganzen Szene. Viele MCs sollten sich darüber
einmal Gedanken machen.
Das Jahr 1988.
Alles zum Wohle unserer
Köpfe, so könnte man die Verkehrs-Politische Entscheidung ansehen die ´88 da
auf uns zugekommen war. Die Herren Verkehrspolitiker hatten entschieden, dass ab
1990 nur noch Helme getragen werden dürften, die der ECE-Regelung entsprechen.
Strafe bei Benutzung des alten Helms 40,-DM. Was sonst noch im Jahre
1988 passierte ließ unsere Szene wieder erschrecken und aufhorchen. Der nächste
rechtsstaatliche Schlag war der Überfall mit GSG-9 und BKA gegen das Bones MC. Zeitgleich wurde das Clubhaus der Bones im alten Bahnhof im Elsafftal gestürmt durch die GSG-9;stilgerecht mit Panzerwagen, Nebelgranaten usw. .Die Einrichtung wurde dabei kurz und klein geschlagen. Erstaunlich daran ist, dass die Polizisten sich erst gegen Ende des Einsatzes als solche zu erkennen geben. Gesetzlich vorgeschriebene Vorlagen von Durchsuchungsbeschlüssen und Personalienfeststellungen gibt es nicht.14 Stunden warten die Festgenommenen auf ihr Verhör ,gefesselt mit Plastikfesseln, private Anrufe oder solche beim Anwalt wurden nicht zugelassen, weitere Gesetzesverstöße. Einigen Personen wird sogar mit Erzwingungshaft gedroht, wegen der Weigerung, ohne Anwalt auszusagen. In Frankfurt und Mannheim sieht es nicht viel besser aus.
Im November folgte ein
genauso durchgeführter Schlag, gegen das Gremium MC Mannheim. Auch dort sollten
sich später die Vorwürfe als heiße Luft herausstellen, aber hier hatte das
Innenministerium in Stuttgart ein Vereinsverbot nach § 129 StGB vollstreckt.
Das Jahr 1989.
In diesem Jahr
beherrschte vor allem die Polizeiaktionen des letzten Jahres unsere Szene, wer würde
der nächste sein? Sind wir sicher vor unserem Staat?
Wie auch bei den Bones,
wurde das Gremium MC durch die Presse in eine Ecke geschoben, in die es nicht
gehört. Auch hier waren die Vorwürfe nicht haltbar, aber zugeben wollte dies
die Staatsanwaltschaft und die Polizei wie meist nicht. Die MC-Verbote beschäftigten natürlich
unsere Szene und so war man gespannt wie die Klagen der MCs ausgehen würden. Das Jahr 1990. Im Jahre 1990 beherrschte vor
allem der Prozess gegen das Gremium MC Germany unsere Szene. Was Viele von Euch Lesern dieser
Seiten fragten schon an wann den nun die Fortführung der History kommen würde.
Sorry, liebe Leser, gut Ding braucht Zeit. Aber im ernst, ich arbeite nun wieder
dran. Durch etliche Private Dinge die im vergangenen Jahr waren bin ich leider
nicht dazu gekommen. Ich hoffe Ihr habt Verständnis.
So liebe Leser, ich hoffe mit dieser Chronik über unsere Szene habe ich euch einen kleinen Einblick in unsere Welt gegeben. Zugegeben erscheint diese manch mal sehr hart aber es gibt auch wie ich im ersten Teil schon sagte, viele schöne Momente, die keiner von uns missen möchte. Unsere Szene hat sich weiterentwickelt in den Jahren und heute kämpfen wir meist nur noch gegen Gesetze die durch die Einführung der EU auf uns zukommen. Aber auch etliche szeneninterne Ereignisse (wie MC-Zusammenschlüsse) haben die letzten Jahre geprägt.
So long,
Martin |
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