Denk mal

 

Wiederholt sich alles?

Quelle: http://home.t-online.de/home/schnierks/index4.htm
erweitert und überarbeitet von Hans

Im 17. und 18. Jahrhundert gab es in dem Land, in dem heute das Wort Freiheit so sehr missbraucht wird viele Menschen, die es liebten, durch die Berge und Täler ihrer wundervollen Heimat zu streifen. Sie liebten es, den Wind in ihrem Gesicht und die Sonne auf ihrem Rücken zu spüren. Sie waren naturverbunden und hatten einen ausgeprägten Sinn für persönliche Freiheit. Ihre Kleidung war aus Leder, viele trugen lange Haare und Ohrringe. Stolz zeigten sie ihre Zeichen und Tätowierungen. Sie versammelten sich gerne um Lagerfeuer und feierten Bruderschaft. Sie teilten sich in viele Stämme und Gruppen und jede Gruppe hatte ihre eigenen Anführer. Sie dachten, sie wären etwas ganz Besonderes.

Sie hegten jedoch
Misstrauen untereinander und ihre Wortführer waren ständig am Streiten und Argumentieren. Sie brachten es niemals fertig, alle ihre Gruppen und Stämme zu vereinen. Und gerade in Zeiten, wo dies mehr als notwenig gewesen wäre, führten sie sogar Kriege gegeneinander.


Man nannte sie Indianer.


Regierung und Moralapostel hatten nichts
Gutes im Sinn mit diesen Indianern. Denn Indianer waren anders und Leute, die anders denken und leben, wurden als Bedrohung empfunden. So erließ die Regierung Gesetze, welche die Rechte der Indianer beschnitten und ihnen ihre Freiheit nahmen. Schließlich sperrte man sie in umzäunte Lager, die man "Reservate" nannte, wo ihre Lebensweise gezielt vernichtet wurde.

Heute gibt es wieder Gruppen von Menschen, die es lieben, durch die Berge und Täler ihrer wundervollen Heimat zu streifen. Sie lieben es, den Wind in ihrem Gesicht und die Sonne auf ihrem Rücken zu spüren. Sie lieben die Natur und haben einen besonderen Sinn für persönliche Freiheit. Ihre Kleidung ist aus Leder und sie haben eine eigene, besondere Lebenseinstellung. Viele tragen lange Haare und Ohrringe. Stolz zeigen sie ihre Tätowierungen und Zeichen. Sie versammeln sich gerne um Lagerfeuer und feiern Bruderschaft. Sie sind in viele Clubs und Vereinigungen gegliedert, die alle ihre Anführer haben. Sie hegen Misstrauen gegeneinander und ihre Wortführer und Mitglieder sind ständig am Streiten. Sie treffen heimlich Absprachen gegen andere und reden abfällig über ihre eigenen Brüder. Sie sind eifersüchtig und nachtragend. Für den eigenen kleinen, oft nur vermeintlichen Vorteil sind sie bereit, ihre Ideale zu verraten. Ständig sind sie voll Misstrauen auf der Suche nach Feinden unter ihren eigenen Brüdern. Sie schimpfen ihre Banker und Arbeitskollegen Spießer und sind selbst die schlimmsten.

Sie bringen es nicht zustande, ihrem Bruder in die Augen zu sehen und ihn auch wirklich Bruder zu nennen. Sie
sind nicht fähig, eine große starke Gemeinschaft zu bilden.


Man nennt sie Biker
 

Und natürlich haben weder Regierung noch Wichtigtuer und Moralapostel unserer Gesellschaft etwas für Biker übrig, denn wir sind anders. Und Leute, die anders denken und leben, werden immer als Bedrohung empfunden. Leute, die Wert auf Freiheit legen, sind für die Spießer eine Gefahr für Recht und Ordnung. So erlässt die Regierung mehr und mehr Gesetze, welche die Rechte der Biker beschneiden und ihren Bewegungsraum einengen. Stück für Stück, Stein für Stein werden Mauern aufgebaut, werden Biker benachteiligt und an den Rand gedrängt. 

Gezielt wird Hass und Zwietracht gesät unter den Clubs und der lachende Dritte ist immer das Spießertum, das so genannte "gesunde Volksempfinden", das uns in den vergangenen Jahrhunderten nichts als Millionen Tote, Umweltzerstörung und die Weltmacht weniger Wirtschaftsbosse beschert hat. 

Wir fragen uns, wohin das letztlich führen wird. Ist die Geschichte dabei, sich zu wiederholen? Werden Biker in "Big Brother-Zoos" eingesperrt, wo man sie wie Freaks bestaunen kann? Wird bald jeder tätowierte langhaarige Motorradfahrer in eine Schublade gesteckt mit Menschenhändlern, Waffenschiebern, Großdealern und Kinderfickern? 

Unsere Feinde sind zahlreicher als du es dir vorstellen kannst. Sie arbeiten mit Methoden, die sich deiner Vorstellungskraft entziehen. Und du glaubst immer noch, es sei wichtig, welche Farbe dein Bruder auf dem Rücken trägt, oder zu welchen Brüdern er auf Parties fährt? Wach auf!

 

@ Lerch Hans DMC